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Hans-Gerd Rehpenning - Vita und Credo
Dienstag, 6. Februar 2007

 Hans-Gerd Rehpenning

Künstlerische Vita 

1953 in Bremervörde (Niedersachsen/Germany) geboren.
1970 Handwerkliche Ausbildung im elterlichen Betrieb mit anschließender Tätigkeit
1974 Besuch der Kunstschule in Mannheim (Fächerkombination: freie Malerei und Grafik). Arbeitsaufenthalte in verschiedenen Städten Deutschlands, vorwiegend in Bonn und Köln.
1980 Ausbildung im Psycho-Sozialbereich mit anschließendem Tätigkeitsfeld, Ausstellungen folgten in Bremen, Oldenburg, Mannheim und Frankfurt.
1988 Tätig als freischaffender Künstler mit eigenem Atelier in Bremervörde.
1997 Nach lang anhaltender persönlicher, politischer und künstlerischer Auseinandersetzung tritt der Künstler Hans-Gerd Rehpenning erstmals wieder mit seinen Werken an die Öffentlichkeit.
1998 Mitgliedschaft im BBK Worpswede.
2004 Atelier-Umzug nach Kutenholz-Mulsum, in den ehemaligen Bahnhof Mulsum. Intensive Auseinandersetzung mit dem Thema: “Formale Reduzierung in Schwarz/Weiß”.
Ab 2005  Auseinandersetzung mit dem Thema "Menschliche Existenz und Essenz". Künstlerische Umsetzung in Holzskulptur und großflächiger Malerei 
2006 Auftragsarbeit "Bahnhofsskulpturen" in Bremervörde 
2008 Auftragsarbeit für den Natur- und Erlebnispark in Bremervörde in Zusammenarbeit mit Thomas Konwiarz: Sieben Meter hohe Holzskulptur "Die vier Elemente"
 

Künstlerisches Credo

Der Künstler Gerd Rehpenning hat ein langes, introvertiertes Ringen hinter sich: mit sich selbst und den Mitmenschen, um die Stellung im öffentlich-politischen Raum; er sucht nach den eigenen Ausdrucksmöglichkeiten, dem angemessenen Stil, der Form, dem Inhalt. Mit dem Umzug in das neue lichte Atelier „Bahnhof Kutenholz-Mulsum“ in der Nähe von Bremervörde im Jahr 2004 erfolgt seine künstlerische Explosion. Die Zeit des Suchens und Zögerns ist vorbei.
In einer solchen Situation stehend, öffnet er den Blick für die Vielschichtigkeit des Menschen, für seine Emotionalität, für seine Verletzlichkeit, für seine Sehnsüchte und Hoffnungen. Nicht er exponiert sich dabei als Künstler. Gerd Rehpenning nimmt sich zurück, schenkt sich selbst keine Beachtung. Er exponiert das Werk: ohne Bewertung, ohne Kommentar, eben:
WORT – LOS !
Es ist sicher nicht falsch, eine solche Haltung als demütig zu bezeichnen – ein Begriff, der in der heutigen Zeit leider Seltenheitswert hat. Im Gespräch offenbart Gerd Rehpenning freimütig, dass er die Gabe der feinsinnigen Beobachtung wie auch der künstlerischen Gestaltung als Geschenk ansieht, als geliehen betrachtet. Als Künstler in dieser Weise gewissermaßen als Werkzeug eines Höheren begriffen, sind die Werke geprägt von dem Wunsch, bei den Betrachtern Schwingungen zu erzeugen, mit vielen Menschen in eine Resonanz zu gelangen, miteinander in eine innere Kommunikation zu treten. Dieses wesentliche Motiv, auf solche Weise eine Gemeinschaft und Gemeinsamkeit zu bewirken, ist in hohem Maße spirituell.
Der Arzt und Dichter Gottfried Benn merkt an: „Ein Gedicht ist immer die Frage nach dem Ich.“ - So auch die Skulptur. Da offenbaren sich Emotionen. Da zeigt ein langer, nach oben gestreckter Hals den Blick in die Zukunft; kein gesenkter Blick mehr, der sich der Zuversicht versperrt. Zum anderen sehen wir, dass diese Figuren „mit beiden Füßen“ auf dem Boden stehen. In ihrer Bodenständigkeit vermitteln sie Verwurzelung und Urvertrauen. In jedem Exponat sehen wir ein Spiegelbild unserer eigenen Vielschichtigkeit. Und wenn der Spiegel im einen oder anderen individuellen Fall etwas blind ist, sehen wir doch eine Auseinandersetzung mit den Grundthemen und Motivationen des Menschen. Kunst ist hier Mittler zwischen den eigenen Sehnsüchten und Gefühlen und den Grundsehnsüchten und Grundgefühlen der Menschheit.
(veränderter Auszug aus der Laudatio zur Ausstellung "Wort-Los" im Kulturhof Heyerhöfen, Beverstedt, gehalten am 05.04.2007 von Manfred Bordiehn)
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 4. August 2011 )